Mysterium Klitoris

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Mysterium Klitoris

Klein aber oho – die Klitoris, das wahre Lustzentrum der Frau, ist für viele nach wie vor ein Mysterium. Dabei ist es gar nicht so schwer zu erlernen, wie man mit dem zarten Organ umgeht und mit wenigen Handgriffen wahre Lustgipfel erstürmen kann.

Lesen Sie, was Sie schon immer über den Kitzler wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten.

Die Klitoris der Frau hat entwicklungsbiologisch viel mit der Eichel des männlichen Penis gemeinsam. Sogar das ganze Organ ähnelt vom Aufbau her einem Penis – allerdings befindet es sich unterirdisch – sprich großteils im Körper der Frau. Die Klitoris ist zudem das einzige Organ, das keinen anderen Zweck hat, als Lust zu spenden. Umso mehr ist es hoch an der Zeit, über das weibliche Sexualorgan aufzuklären.

Mysterium Klitoris – Artikelübersicht:

Viel sieht man von dem weitläufigen weiblichen Sexualorgan ja nicht. Lediglich die Klitorisperle – so groß wie eine kleine Erbse – gibt sich neugierigen Blicken preis.

Aufbau der Klitoris

Der sichtbare Teil der Klitoris, auch Kitzler genannt, befindet sich vor dem Scheideneingang über dem Ansatz der kleinen Schamlippen mittig zwischen den großen Schamlippen. Der Organkomplex, der eigentlich ganz ähnlich aufgebaut ist, wie der männliche Penis, ist aber zum größten Teil nicht sichtbar.

Die ganze Klitoris ist rund sechs bis zehn Zentimeter lang und besteht aus

  • Bändern
  • Blutgefäßen
  • Drüsen
  • Muskeln
  • Nerven
  • Schwellgewebe

Wenn die Glans, wie man das kleine an der Spitze des Organs sitzende Klitoris-Knöpfchen wissenschaftlich nennt, stimuliert wird, berührt man quasi „die Spitze des Eisbergs“. Doch wie wir alle seit Titanic wissen – der wahre Berg, der Ozeandampfer zum Kentern und Frauen zum Gipfel der Lust bringt, schlummert verborgen und geheimnisvoll unter dem sichtbaren Teil.

Ab dem Zeitpunkt der Pubertät sorgen Hormone dafür, dass die Klitoris – sowohl der sichtbare, als auch der unsichtbare Teil – im Lauf eines Frauenlebens immer weiter wächst. Bis das Jugendalter vorbei ist, ist die Klitoris – in Relation – etwa 1,8-mal so groß wie bei der Geburt und wächst bis zu Dreißigern einer Frau auf ihre vierfache Größe an bis sie sich rund um die Wechseljahre größenmäßig versiebenfacht hat. Diese Veränderungen sind aber visuell kaum wahrnehmbar, da der sichtbare Teil der Klitoris eben sehr klein ist.

Good to know: Manche Experten vermuten, dass diese körperlich Veränderung der Grund dafür ist, warum viele ältere Frauen berichten, dass sie erst in späteren Jahren richtig tolle Orgasmen erleben – diesfalls hat das Älterwerden wenigstens einmal etwas Gutes.

Die Klitorisperle

Der Teil der Klitoris, der tatsächlich sichtbar ist, befindet man zwischen den äußeren und inneren Schamlippen, den Hautfalten also, die die Vulva einer Frau, bilden.

Diese sichtbare Klitorisperle ist so dicht in Nervenfasern eingebettet wie kein anderes Organ – rund 8.000 Nervenendungen treffen in der Spitze zusammen. Die Glans ist zum Schutz vor Überreizung durch eine zarte Vorhaut, Präputium genannt, bedeckt. Manche Klitorides, wie die Mehrzahl von Klitoris grammatikalisch richtig genannt wird, sind vorlaut und „schauen“ aus der Vorhaut hervor; andere werden erst durch Stimulation von dem schützenden Häutchen befreit.

Für manche Frauen fühlt sich die direkte Berührung der nackten Klitorisspitze gut an, manche empfinden es eher als unangenehm, wenn das Präputium zurückgezogen wird. Auch kann sich im Lauf der Erregungskurve das Empfinden wandeln – was zuerst als angenehm empfunden wurde, wird plötzlich unangenehmen oder umgekehrt. Das Organ ist eben hochsensibel und jede Frau empfindet anders.

Die innere Klitoris

Hinter dem Klitorisköpfchen verzweigt sich das weibliche Lustorgan im Körperinneren zu einem weitläufigen Schwellkörpergewebe. Die paarig angelegten Klitorisschenkel, lateinisch Crura clirotidis, sind dabei jeweils von zwiebelförmigen Schwellkörpern, den sogenannten Bulbus vestibuli, umfasst. Auch die untere Harnröhre, die Öffnung der Vagina und der Damm zwischen Vagina und Anus gehören zu diesem im Körperinneren angelegten System. Die Schenkel der Klitoris sind sechs bis neun Zentimeter lang. Sie reichen bis tief ins Becken und verwachsen vor dem Schambein zum Klitorisschaft.

Doch nicht nur die Klitoris-Eichel ist ähnlich wie ein Penis mit einer Vorhaut bedeckt – auch dahinter gibt es durchaus Ähnlichkeiten beim weiblichen und männlichen Sexualorgan. Hinter dem Kitzler gibt es eine Drüse, einen weiteren Schwellkörper sowie einen kleinen Schaft, der – ganz wie ein Penis – bei sexueller Erregung anschwillt. Das bewirkt, dass die Klitoris im erregten Zustand vergleichsweise viel größer wirkt, als im „Ruhezustand“.

Wie Sie das kleine Lustzentrum am besten stimulieren

Nicht nur der Kitzler selbst, auch Schenkel und Schwellkörper der Klitoris sind ausgesprochen erogene Zone. So ist der ganze weibliche Genitalbereich rund um Harnröhre und Scheideneingang durch zarte Berührungen sexuell stimulierbar. Zudem sind die Schwellkörper so elastisch um den Scheidenvorhof gewachsen, dass die Klitoris auch bei vaginalem Sex ins Liebesspiel mit eingebunden werden kann, ohne dass es zu Irritationen oder unangenehmen Verrenkungen kommt.

Eine gleichzeitige manuelle Stimulierung des Klitorisbereichs, während der Penis in die Vagina eingeführt wird, führt zudem viele Frauen rascher zum Orgasmus als eine ausschließlich vaginale Penetration.

Good to know: Im Unterschied zum Penis schwillt der Schwellkörper der Klitoris nach einem Orgasmus viel langsamer ab. Die weibliche Erregungskurve bleibt also hoch, was die Grundvoraussetzung für multiple Orgasmen ist. Diese werden allerdings – entgegen der gängigen Meinung – nicht von allen Frauen als angenehm empfunden. Es gibt auch Frauen, die die Ansicht vertreten, einmal wäre durchaus genug.

Nach Stand der Wissenschaft gibt es übrigens keinen weiblichen Orgasmus ohne klitorale Erregung. Die früher „beliebte“ Unterscheidung in vaginalen und klitoralen Orgasmus ist somit überholt. Das Scheidengewebe selbst ist nämlich kaum mit Nervenfasern versorgt, was einen rein vaginalen Orgasmus ziemlich unwahrscheinlich macht (eine Geburt dafür leichter erträglich). Doch die weibliche Sexualität ist und bleibt ein großes Mysterium, und es gibt auch Frauen, die „nur“ mit vaginaler Stimulation perfekte Orgasmen erleben – so zumindest die individuelle Wahrnehmung, und wer will diese schon in Frage stellen.

Da sich die Schwellkörper der Klitoris bei Erregung mit Blut füllen, sind erregte Vulven praller, was wiederum die Sensibilität in diesem Bereich erhöht und Männerherzen höher schlagen lässt. Auch die Glans, die kleine Eichel der Klitoris, kann beim erfüllten Liebesspiel alleine oder zu zweit härter werden und sich in Erwartung weiterer Stimulation wie ein kleiner Penis steif aufrichten – ein weiterer optischer Reiz.

Die Klitoris – kein Zweck, Vergnügen pur

Der einzige Zweck der Klitoris – und da haben Frauen den Männern tatsächlich einmal etwas voraus – liegt darin, sexuelle Befriedigung zu verschaffen. Der weibliche Mini-Penis kann im Gegensatz zu seinem männlichen Pedant nämlich weder Wasser lassen noch ejakulieren. Wissenschafter diskutieren zwar immer noch darüber, ob der Klitoris auch andere Funktionen zukommen könnten, doch bisher hat man keine gefunden – die einzige zentrale Aufgabe und Daseinsberechtigung der Klitoris besteht darin, Frauen sexuelles Vergnügen zu schenken!

Und das hat sich das schwache Geschlecht angesichts der Mühen der Geburt durchaus verdient. Es könnte nämlich durchaus sein, dass der weibliche Teil der Menschheit sich den Sex mit seinem allgegenwärtigen Risiko einer mühsamen Schwangerschaft mit ihrem unausweichlichen Ende schon längst abgewöhnt hätte, wenn es da nicht dieses kleine Lustknöpfchen Klitoris gäbe…

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Quellen:

¹ Anatomy and physiology of the clitoris, vestibular bulbs, and labia minora with a review of the female orgasm and the prevention of female sexual dysfunction (Vincencenco Puppo in Clinical Anatomy 26(1); January 2013)

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Weiblicher Orgasmus
– Männlicher Orgasmus
– Weibliche Ejakulation und Squirting
– Intimchirurgie – Das Geschäft mit dem Genital

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