Trockene Scheide – Was tun?

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Trockene Scheide - was tun?

Rund 38% aller Frauen leiden bereits vor der Menopause mindestens einmal unter einer trockenen Scheide – in der Menopause selbst ist dann beinahe jede Frau mit dem Problem der vaginalen Trockenheit konfrontiert. Damit verbunden ist häufig ein Brennen und Jucken der Scheide und Schmerzen beim Sex. Doch was verursacht Scheidentrockenheit und was kann man dagegen tun?

Trockene Scheide – Artikelübersicht:

Die gesunde Scheide und ihre Funktion

Die gesunde Scheide ist, wie z.B. auch der Darm oder der Mund, mit zahlreichen nützlichen Mikroorganismen und Pilzen besiedelt; jede Scheide hat also ihre eigene „Scheidenflora“. Die Anzahl der Mikroorganismen ist von Frau zu Frau unterschiedlich und verändert sich je nach Alter und Zyklusphase.

In der gesunden Scheide überwiegen milchsäurebildende Bakterien (Laktobazillen), die für ein saures Milieu (pH-Wert 3,5 – 4,5) sorgen und das Eindringen krankheitserregender Bakterien und Pilze in die Vagina verhindern. So sind Scheide, Gebärmutter, Eierstöcke und Harnwege wirksam vor Infektionen geschützt.

Doch wie entsteht Feuchtigkeit in der Scheide bei sexueller Erregung und welchen Zweck hat sie? Während in der Scheide selbst keine Flüssigkeit produziert wird, kommt es durch sexuelle Erregung zu einer Ausschüttung von Sekret aus den Bartholin’schen und Skene’schen Drüsen.

Durch diese abgesonderte Flüssigkeit wird der Scheideneingang angefeuchtet um Gleitfähigkeit sicher zu stellen. Kurz gesagt: aus dem Venengeflecht, das die Scheide umgibt, wird Flüssigkeit „herausgepresst“ (Lubrikation) um das Eindringen des Penis beim Geschlechtsverkehr zu erleichtern.

Ist der Scheidenbereich gut durchblutet, kann infolge auch genügend Flüssigkeit „gebildet“ werden. Mit zunehmendem Alter lässt jedoch die Durchblutung nach und die Scheidenwand wird dünner. Aber auch jüngere Frauen noch weit entfernt von den Wechseljahren leiden immer häufigeran einer trockenen Scheide. Doch was sind die Ursachen?

Trockene Scheide – Auslöser, Ursachen und Folgen

Etwa jede 3. Frau hat zu wenig Laktobazillen. Dieser Laktobazillen-Mangel verläuft anfänglich oft unbemerkt und führt häufig zu unangenehmen Beschwerden im Intimbereich. Vermehrter Ausfluss, Juckreiz, Brennen, unangenehmer Geruch können die Folge von Laktobazillenmangel sein. Dadurch wird die Lebensqualität vieler Frauen massiv beeinträchtigt.

Auch die Partnerschaft leidet in den meisten Fällen: Spätestens beim Geschlechtsverkehr wird eine trockene Scheide zum Problem, denn dringt der Penis ein, kann es zu Schmerzen und Verletzungen beim Sex kommen. Oft genug suchen die jeweilgen Partner dann den Fehler bei sich selbst und ziehen sich zunehmend zurück anstatt eine manchmal ganz einfache Lösung zu suchen oder das ‚Problem‘ zumindest zu besprechen.

Aber auch Infektionen werden durch eine trockene Scheide begünstigt, und das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt steigt. Ausgerechnet übertriebene oder falsche Intimhygiene ist eine der häufigsten Ursachen für eine gestörte Scheidenflora, aber auch Hormonveränderungen (Wechseljahre, Einnahme der Pille oder anderer hormoneller Verhütungsmittel) sowie andere Medikamente (Antibiotika) oder Stress können das Abwehrsystem der Scheide schwächen.

Folgende Ursachengruppen für das Phänomen der trockenen Scheide lassen sich differenzieren (oft wirkt aber auch eine Ursachenkombination):

  • hormonelle Ursachen: z.B. die Einnahmen gestagenhaltiger Verhütungsmittel, Schwangerschaft, Wechseljahre..
  • selbst verursachte Gründe: zuviel Alkohol, Rauchen, Drogen, falsch verstandene und übertrieben Hygiene..
  • körperliche Ursachen: Diabetes, Bluthochdruck, Infektionen der Blase, Operationen an den Eierstöcken oder der Gebärmutter, Chemotherapie..
  • psychische Ursachen: Stress, sexuelle Ängste, Depressionen, Misstrauen dem Partner gegenüber, ..

Tipps und Anregungen für die Scheidengesundheit

Wie immer im Leben kann man versuchen im Vorfeld Schaden abzuwenden oder einen entstandenen Schaden zu beheben – also wollen wir bei den Tipps für eine gesunde Scheidenflora auch zwischen prophylaktischen und therapeutischen Möglichkeiten differenzieren:

Prophylaxe: Ausfluss ist ein wichtiges und natürliches Körpersignal. Das Scheidensekret hält die Scheide feucht, reinigt und schützt sie vor Krankheitserregern. Normaler Ausfluss ist durchsichtig bis milchig-weiß und fast geruchlos, leichte Veränderungen von Ausflussmenge und -beschaffenheit sind dabei im Laufe des Zyklus ebenfalls ganz normal.

Auch vermehrter Ausfluss muss noch lange kein Grund zur Sorge sein – sexuelle Erregung, Schwangerschaft und die Pille verstärken den Ausfluss. Hygiene und Aufmerksamkeit sind daher gut, aber übertriebene und falsch verstandene Hygiene schaden einer gesunden Scheidenflora.

Reinigen Sie Ihren Intimbereich daher am Besten nur mit lauwarmem Wasserund ohne Waschlappen und verwenden Sie dabei nur pH-neutrale, unparfümierte Intimpflegeprodukte. Intimdeos sind nicht notwendig und oft schaden sie mehr als sie Nutzen bringen und sollten ebenso wenig verwendet werden wie Feuchttücher, parfümiertes Toilettenpapier oder parfümierte Slipeinlagen.

Slipeinlagen sollten ebeso wie Unterwäsche luftdurchlässig und somit hautfreundlich sein – tägliches Wechseln ist eine Selbstverständlichkeit. Auch zu enge Jeans oder Stringtangas produzieren ein scheidenunfreundliches Klima und sollten möglichst gemieden werden. Als Regel während der Regel gilt: wer empfindlich ist sollte besser Binden statt Tampons verwenden, beides sollte relmässig mindestens alle 2-3 Stunden gewechselt werden.

Behandlung: Je nachdem wovon die Trockenheit der Scheide verursacht wurde, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Leidet man unter Stress, sollte man versuchen Strategien zur Stress- und Problembewältigung im Alltag zu finden. Ist die hormonelle Verhütung die Ursache, sollte man mit dem Gynäkologen über alternative Verhütungsmethoden sprechen, sind es Partnerschaftsprobleme sollte man natürlich zuallererst versuchen diese zu bereinigen.

Jedenfalls wird empfohlen, die möglichen Ursachen zunächst mit einem Arzt des Vertrauens abzuklären. Liegen die Ursache aber woanders begründet, wie zB in einer Erkrankung wie Diabetes oder sind schlicht die Wechseljahre die Ursache und die Scheidentrockenheit ist eine Folge der Menopause, kann man sich auch ganz einfach mit einer Gleitcreme helfen, um den Mangel an Feuchtigkeit auszugleichen. Wer weiss, in manchen Partnerschaften wurde die anfangs vielleicht noch kritisch beäugte Gleitcreme bald zu einem verlässlichen Begleiter für heisse Liebesnächte.

[abo]

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

– Wenn Frauen Schmerzen beim Sex haben
– Gleitgel mit Pflegekomponente
– Scheidenflora, Vaginalflora
– Gesunde Scheide
– Klimakterium und Wechselbeschwerden
– Querschnittlähmung – was ist das?

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