Vorzeitiger Samenerguss

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Vorzeitiger Samenerguss

„Verdammt, schon wieder zu früh!“ Davon kann etwa jeder dritte Mann ein Lied singen. Für die meisten Paare ist das Liebesspiel bereits nach zwei bis drei Minuten vorbei, bei manchen sogar nach nur wenigen Stößen.

Der Liebesfrust ist vorprogrammiert: Er fühlt sich als Versager und Sie bleibt meist unbefriedigt – dabei lässt sich der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox) in vielen Fällen in den Griff bekommen. Voraussetzung ist jedoch, dass dieses Thema in der Partnerschaft nicht tabuisiert wird und man offen darüber spricht.

Vorzeitiger Samenerguss – Artikelübersicht:

Vorzeitige Ejakulation, auch schnelle Ejakulation oder frühe Ejakulation, lat.: Ejaculatio praecox genannt – woher kommt dieses Problem, und wie kann man den Geschlechtsakt verlängern? Vorzeitige Ejakulation war noch vor einigen Jahren gänzlich unbekannt oder wurde als medizinische Bagatelle abgetan. Vorzeitige Ejakulation ist heute allerdings eine der am weitest verbreiteten männlichen Sexualstörungen überhaupt und für die Betroffenen psychisch äußerts belastend. Geschätzte 10% – 20% aller Männer in geschlechtsreifem Alter leiden unter dem schnellen oder früher Samenerguß.

Er wird von allen Beteiligten als besonders gravierend empfunden. Eine Pille ähnlich wie Viagra oder Cialis ist für die Behandlung von vorzeitiger Ejakulation nicht in Sicht und hilfreiche Literatur ist oft unbekannt – entsprechend hoch ist der Frustfaktor. Vorzeitige Ejakulation ist aber schon mit einfachen Übungen bestens behandelbar! Die Therapie ist kniffelig, aber aussichtsreich, denn das richtige Tempo kann man(n) lernen.

Definition vorzeitiger Samenerguss

10, 20 oder gar 50% der Männer sollen an „vorzeitigem Samenerguss“ leiden, die Wissenschafter sind darüber uneins. Die Unterschiedlichkeit der Feststellungen beruht auf eine nicht klar zu ziehenden Grenze: was genau ist „vorzeitig“? Letztlich beinhaltet dies jedwede zu schnell empfundene Ejakulation bzw. ein Erguß „gegen den Willen“ des Mannes.

Was für den einen zu früh ist, ist für den anderen also vielleicht ganz normal. Beispiele für eine zu frühe Ejakulation: schon beim küssen; beim berühren der Genitalien, beim Einführen des Penis oder direkt nach dem Eindringen.

Zu früh, oder nicht? Der Unterschied lässt sich nicht ermitteln, indem man beim Sex eine Stoppuhr laufen lässt – schließlich gibt es durchaus Spielarten der körperlichen Liebe, die wunschgemäß nur ein paar Wimpernschläge lang dauern.

Aber wenn der Orgasmus einsetzt,

  • bevor, während oder kurz nachdem ein Mann in Partnerin oder Partner eindringt
  • wenn er seinen Höhepunkt selbst nicht steuern kann, weil der so unausweichlich über ihn kommt wie ein Niesanfall
  • wenn er diese Symptome mindestens sechs Monate lang beobachtet, obwohl er regelmäßig Sex hat –

dann leidet ein Mann unter einer Ejaculatio praecox.

Ärzte unterscheiden zwischen primärem und sekundärem vorzeitigen Orgasmus.

  • Primäre Ejaculatio praecox: Beginnt mit Aufnahme sexueller Beziehungen und besteht zumeist zeitlebens.
  • Sekundäre Ejaculatio praecox: Stellt sich nach primär ungestörtem Sexualleben zu einem späteren Zeitpunkt ein.

Oft besteht zeitlicher Zusammenhang zu einem Partnerwechsel oder zur Manifestation einer Erektilen Dysfunktion.

Die primäre Form tritt schon während der ersten sexuellen Erfahrungen eines Mannes auf, also oft in der Pubertät. Manche haben bei der Selbstbefriedigung das Gefühl, die Länge ihres Orgasmus nicht steuern zu können; andere können problemlos masturbieren, kommen aber zu früh, wenn sie mit Partnerin oder Partner Sex haben.

Der sekundäre vorzeitige Orgasmus ist vor allem ein Problem älterer Männer. Ab etwa 40 Jahren kann die Erektion des Penis schwächer werden. Einige Männer entwickeln dann eine Orgasmusstörung: Sie müssen den Penis stärker stimulieren, um zum Höhepunkt zu kommen, verlieren dabei die Kontrolle – und erleben den deshalb zu früh.

Ursachen der Ejaculatio praecox

Vorweg eine Feststellung vom Autor des Buches „Schon wieder zu früh . . .?“, Michael J. Pfreunder: „Im Tierreich ist der frühe oder ein schneller Höhepunkt des Männchens instinktiv und normal. Dieses spezifische Verhalten aller Säugetiere dient der Arterhaltung.

Ein längerer Sexualakt hätte keinen zusätzlichen genetischen Nutzen, er brächte nur unnötige Gefahren mit sich, die aus der Schutzlosigkeit und fehlenden Aufmerksamkeit für die natürlichen Feinde resultieren.

Erst der moderne Mensch problematisiert diese Verhaltensweise. Sexualität ist nicht länger ein Tabu-Thema, sondern Mann und Frau sprechen offener über Ihre Wünsche und Vorlieben. Der Geschlechtsverkehr wird kultiviert; beide Partner wollen höchstmöglichen Genuß daraus ziehen. Insbesondere die Frauen bringen Ihr Bedürfnis nach sexueller Befriedigung immer deutlicher zum Ausdruck.

Durch diesen Wertewandel definiert sich männliche Potenz heute nicht mehr nur an dem „wie oft“, sondern auch an dem „wie lange“. Damit ist aus einer altbekannten und schon immer weitverbreiteten Erscheinung ein Problem entstanden: Ejaculatio praecox, die vorzeitige oder schnelle Ejakulation des Mannes.“

Nur selten liegt eine körperliche Ursache, wie eine Entzündung der Harnröhre, vor. Psychische Faktoren dominieren also zweifelsohne, aber auch eine organische Prädisposition darf nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Bei den meisten passiert „es“ in der Jugend, mit zunehmendem alter und sexueller Erfahrung lernt der mann dann, seine Ejakulation einzuschätzen. Bei einigen jedoch entwickelt sich eine Art Angstkreislauf. Manchmal schafft der Mann diesen wichtigen Schritt jedoch nicht, oder die ehemals vorhandene Kontrolle verschwindet sogar wieder.

Leistungsdruck, Angst und verschiedene psychologische Probleme sorgen zusätzlich dafür, dass das Phänomen in unserer schnelllebigen Zeit immer öfter und immer massiver auftritt. Der betroffene Mann ejakuliert dann bereits bei direkter Berührung der Genitalien durch die Partnerin oder kurz nach Einführen des Penis in die Scheide; andere Männer kommen unkontrolliert nach einigen wenigen Minuten des Koitus zum Samenerguß. Ein Verkrampftes beobachten und ein ständiges „ich will es perfekt machen“ erhöhen den Stress.

Was die biologischen Auslöser der Störung angeht, so nehmen die Ärzte an, dass bei den Betroffenen eine Art Fehlschaltung im vegetativen Nervensystem vorliegt. Dieses Nervensystem besteht aus einem parasympathischen und einem sympathischen Teil.

Der Parasympathikus ist unter anderem dafür zuständig, die Erregung anwachsen zu lassen. Hat sie ihren Höhepunkt erreicht, wird der Sympathikus aktiv: Er veranlasst, dass sich der Blasenmuskel schließt, während sich der Schließmuskel für die Harnröhre öffnet – der Orgasmus tritt ein. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Systemen ist bei Patienten mit vorzeitigem Orgasmus aus der Balance geraten. Der Sympathikus löst den Parasympathikus zu früh ab.

„Die Hirnforschung hat belegt, dass sich mit wiederholten, intensiven Erfahrungen Nervenverbindungen verändern. Die Nervenbahnen lernen regelrecht eine Fehlreaktion“, sagt etwa der Psychologe Christoph Ahlers. „Man kann dann von einem chronischen Leiden sprechen.“ Das ist allerdings mit Hilfe von Ärzten und Psychologen durchaus in den Griff zu kriegen. Denn das Gehirn kann vieles neu lernen – auch den Orgasmus zur richtigen Zeit. „Der Mensch ist in der Lage, neue Nervenverbindungen zu knüpfen, die alten, ungünstigen zu überschreiben.“, so Ahlers.

Therapiemöglichkeit für ein gesundes Sexualleben

Die Ratschläge zur Beseitigung sexueller Probleme sind mindestens genaus alt wie die Probleme selbst. Sie reichen von einfachen Strategien über Medikamente und deren Nebenwirkungen bis zu ausgeklügelten Trainingsprogrammen. Das dabei vermittelte Wissen ist in seiner Qualität recht unterschiedlich, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Die Sexualwissenschaftler haben eine Therapie entwickelt, die auf mehreren Säulen ruht. Auch Medikamente können dabei eingesetzt werden, allerdings nur kurzfristig und unter therapeutischer Aufsicht. Grundsätzlich werden folgende Therapien unterschieden:

  • Konservative Therapie, Sexualtherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Lokal wirksame medikamentöse Therapie durch örtlich betäubende bzw. sensibilitätsmindernde Salbe/Creme z.B. Prilocain-Lidocain-Creme, Stud100
  • Operative Therapie
  • Psychologische Therapie

In jedem Fall gilt: Je früher Betroffene fachliche Hilfe suchen, umso schneller können sie das Problem loswerden. Offenbar probieren aber viele, sich selbst zu kurieren ohne aber überd das entsprechende Know-how zu verfügen. Zählen Schäfchen, während sie Sex haben, lösen im Kopf Rechenaufgaben oder tragen Salben auf ihren Penis auf, die die Haut betäuben sollen. „Alles Versuche, das Erregungsniveau zu senken“, erklärt Sexualmediziner Bosinski. Meist verschlimmern diese Bemühungen das Problem. Die Partnerin oder der Partner fühlt sich missachtet. „Du bist beim Sex nicht bei der Sache“, diesen Vorwurf hören Männer mit Ejaculatio praecox häufig.

Bringen Sie sich nicht um das Glück erfüllter Sexualität, indem Sie sich mit „an-etwas-Anderes-denken-Strategien“ oder sonstigen sehr zweifelhaften Ratschlägen schaden! Am Beginn steht die unbestrittene Feststellung: Der vorzeitige Samenerguss ist diejenige Sexualstörung, die sich am leichtesten und schnellsten beseitigen lässt! Wenn Sie dies einmal verinnerlicht haben, durchbrechen Sie den Angstkreislauf viel schneller.

Lernen Sie dann, Ihren Körper und dessen Gefühle bewusst wahrzunehmen! Durch die erlernbare Ejakulationskontrolle und den damit beliebig verlängerbaren Koitus haben Sie dann die Chance, Ihre Sexualität zusammen mit Ihrer Partnerin (wieder) als Freude zu empfinden und Glück und volle Erfüllung für sich selbst und in der gesamten Partnerbeziehung zu finden.

Für das „Selbststudium“ eignet sich z.B. die Masturbation, bei der man(n) seine Reaktionen beobachten kann und lernt, den Erguss herauszuzögern. Ähnlich funktioniert die „Therapie“ mit der Partnerin: Dabei liegt der Mann auf dem Rücken und genießt passiv, aber konzentriert, die Handmassage seines Gliedes durch die Partnerin.

Sobald er die herannahende Ejakulation spürt, gibt er ihr ein Stop-Zeichen, woraufhin sie mit der Stimulation aufhört oder den Penis leicht mit den Fingern zusammendrückt (Squeeze-Technik). Dieser Start-Stop-Vorgang wird dreimal wiederholt, beim vierten Mal darf ER sich ergießen. Diese Therapie kann man bis zur Einführung des Gliedes in die Scheide steigern. Dabei bleibt der Mann auch weiterhin passiv und konzentriert sich nur auf seine Empfindungen, während die Frau den aktiven, stoßenden Part übernimmt. Spürt er die nahende Ejakulation, gibt er wieder ein Stop-Zeichen.

Vorzeitiger Samenerguss ist mit solchen Trainingsprogrammen tatsächlich gut behandelbar. Die folgenden Übungen sind aus den hervorragenden Büchern gegen Ejaculatio Praecox „Schon wieder zu früh…? 3-Stufen-Programm gegen vorzeitigen Samenerguss“ und „Therapiemanual Ejaculatio praecox“ entnommen: Übungen bei vorzeitigem Samenerguss

Aber auch kleine Tricks können die körperlichen Reizungen am Penis herabsetzen, wie beispielsweise das Überziehen eines Kondoms oder das Eincremen mit einer Aktverlängerungscreme. Im Einzelfall helfen diese Mittel sehr wohl. Allerdings muss man oft eine Einwirkzeit von bis zu 20 Minuten in Kauf nehmen, was dem Geschlechtsakt jede Spontaneität raubt.

Auch ein kleiner Kniff kann Ihn kurzfristig zum Langzeit-Liebhaber machen: Während des Verkehrs umfasst ersanft seine Penis-Wurzel und zieht die Haut zurück – solange bis die Partnerin „bereit“ ist.

Durch diesen Kniff wird die Eichel beim Sex nicht mehr so stark durch die Vorhaut gereizt, sondern stößt nur noch sanft an ihre Scheidenwand. Folge: Der Reiz auf die empfindlichen Nerven an der Eichel wird verringert, er steht länger seinen Mann! Auch kleine Pausen oder häufige Stellungswechsel verlängern die Ausdauer des Mannes – allerdings sollten diese vor dem Samenerguss eingelegt werden!

Gegen vorzeitigen Samenerguss können auch Orgasmusringe und Erektionsmanschetten hilfreich sein. Diese werden über den Penis gestülpt und rufen so einen Blutstau-Effekt hervor. Dadurch wird die Erektion verstärkt, das Durchhaltevermögen gesteigert, darüber hinaus kann so ein Penisring zusätzlich zur Klitoris-Stimulation während des Geschlechtsverkehrs dienen.

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Quellen:

– Dr. Christoph J. Ahlers, Klinischer Sexualpsychologe
– Michael J. Pfreunder


Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

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– www.vorzeitigersamenerguss.de
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